Coronavirus in Potsdam: Vom Beginn bis zum Kontaktverbot

Coronavirus – jeder, der diesen Artikel liest, wird wissen, was gemeint ist. Es geht um einen Virus, der die Welt in Atem hält, der sich unaufhaltsam ausbreitet, der viele Kranke und Tote fordert. Ein Virus, erst belächelt, dann unterschätzt und anschließend gefürchtet. Jeder von uns bekommt die Einschränkungen des Alltags zu spüren – und das wird sich auch in den kommenden Tagen und Wochen nicht ändern. Coronavirus. Wer hätte vor einem halben Jahr damit gerechnet?!

Es ist gar nicht lange her, vielleicht 1-2 Wochen, da wirkte alles noch so weit weg. Die Nachrichtenlage in China war schlimm, keine Frage – aber auch einfach ganz weit weg. Doch innerhalb nur weniger Tage war das Virus nicht mehr nur in Asien, sondern hatte sich über die ganze Welt verbreitet. Schnell war klar: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es auch in unsere Städte kommt.

Coronavirus in Potsdam – so ging es los

Bevor das Coronavirus in Deutschland seine Auswirkungen zeigte, waren andere europäische Länder, wie z.B. Italien, schon schwer getroffen. Doch auch die Entwicklung innerhalb von Deutschland ging rasant voran, sodass jetzt auch mein Heimatort Potsdam betroffen ist.

Angefangen hat für mich alles Mitte März, um den 15.03. herum, als die Lage sich verschärfte und auch die PNN einen Liveticker zum Coronavirus in Potsdam einrichtete. Die Pressemeldungen überschlugen sich, die ersten Potsdamer waren Corona-positiv und in den Alltag einschneidende Änderungen wurden (auch bundesweit) festgelegt: Die Schließung von Kindergärten und Schulen, das Untersagen von Tanzveranstaltungen und Feiern und das schrittweise Herunterfahren des öffentlichen Lebens. Parallel entfachte die Diskussion um einen sogenannten “Shutdown”, eine Ausgangssperre für alle Bürger des Landes, wie es in Italien und Frankreich bereits der Fall war, um die schnelle Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Verlangsamung durch “Social Distance” und “Flatten the Curve” – das war ab sofort die Devise, um unsere Gesellschaft zu schützen.

Coronavirus Potsdam

Coronavirus & die Supermarkt-Situation

Ab sofort war zu merken, dass alles in diesem Sinne passierte. In der Welt, in Europa, in Deutschland und in Potsdam wurden sämtliche Situationen geändert, in denen Menschen aufeinander treffen. In der Presse war dies im Minutentakt zu lesen, doch am eigenen Leib habe ich es das erste Mal beim Einkaufen im Rewe erfahren. Es war ein komisches Gefühl, als Menschen wie die Hamster, mit mehreren Einkaufswägen und Klopapierrationen für die nächsten Jahre panisch durch die Gänge rannten. Dabei wurde uns doch permanent versichert, dass die Lebensmittel trotz Pandemie NICHT knapp werden. Während sich viele Menschen als besserwisserische Hobby-Virologen entpuppten, schienen sie diesen Umstand jedoch nicht zu verstehen. Das war besonders unfair gegenüber unserer Risikogruppe, den alten und vorerkrankten Menschen. Denn während es mir egal ist fehlende Produkte im nächsten Supermarkt zu kaufen, fällt es gerade ihnen vielleicht sehr schwer. 

Hier in Potsdam hat sich das Hamsterkaufen jedoch schnell wieder erledigt und die Menschen kamen zur Vernunft. Ein komisches Gefühl bekam ich erstmals, als mein Freund und ich nicht wie gewohnt den Supermarkt betreten konnten, sondern auf eine Warteschlange an der Eingangstür trafen. Hier mussten wir uns mit einem Abstand von mindestens 1,5 Metern, der durch einen auf dem Boden befestigten Klebebandstreifen markiert war, einreihen. Dadurch, dass nur noch eine begrenzte Anzahl an Menschen gleichzeitig in den Supermarkt durften, war das Einkaufen an sich jedoch wesentlich entspannter als zur panischen Hamsterzeit. Wir mussten zwar mehr Zeit mitbringen, doch im Sinne des “Social Distancing” war es das einzig Richtige.

Coronavirus & Kontaktverbot

Der aktuelle Stand? Seit heute Nacht gelten folgende bundesweite Regeln, um die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen:

  1. Die Bürgerinnen und Bürger werden angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.
  2. In der Öffentlichkeit ist, wo immer möglich, zu anderen als den unter I. genannten Personen ein Mindestabstand von mindestens 1,5 m einzuhalten.
  3. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet.
  4. Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, Teilnahme an Sitzungen, erforderlichen Terminen und Prüfungen, Hilfe für andere oder individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie andere notwendige Tätigkeiten bleiben selbstverständlich weiter möglich.
  5. Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen sind angesichts der ernsten Lage in unserem Land inakzeptabel. Verstöße gegen die Kontakt-Beschränkungen sollen von den Ordnungsbehörden und der Polizei überwacht und bei Zuwiderhandlungen sanktioniert werden.
  6. Gastronomiebetriebe werden geschlossen. Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause.
  7. Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen, weil in diesem Bereich eine körperliche Nähe unabdingbar ist. Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben weiter möglich.
  8. In allen Betrieben und insbesondere solchen mit Publikumsverkehr ist es wichtig, die Hygienevorschriften einzuhalten und wirksame Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Besucher umzusetzen.
  9. Diese Maßnahmen sollen eine Geltungsdauer von mindestens zwei Wochen haben.
    Quelle: Berliner Morgenpost

Um diese historische Situation, die Veränderung unseres täglichen Lebens und alles, was noch auf uns zukommen wird, festzuhalten, gibt es hier ab sofort alle paar Tage einen persönlichen Erfahrungsbericht von mir. So wie es vor 2 Wochen kaum vorhersehbar war, an welchem Punkt wir heute stehen, so ist es heute garantiert nicht zu erahnen, wie es in den nächsten Wochen aussehen wird. 

Eines ist sicher – vom Coronavirus werden nicht nur wir lange die Auswirkungen spüren, wir werden auch noch unseren Kindern, Enkeln und Urenkeln davon erzählen…

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