Kolumne: Abi? Studium? Warum kein Plan manchmal der beste Plan ist !

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Welcher Weg ist für mich der Richtige?

Meine Unitage sind gezählt. Ich bin allmählich am Ende meines Master angekommen. Irgendwie ist das verrückt, denn mein erstes Semester liegt gefühlt gar nicht so weit weg und doch eine halbe Ewigkeit. Während die Jahre wahnsinnig schnell vergangen sind, bin ich erwachsen geworden. Es gibt kein besseres Gefühl, als mit der Zeit immer mehr zu wissen wer man ist, was man will und vor allem was man nicht will. Man wird ruhiger, entspannter und verliert die Angst, etwas verpassen zu können – man hat einen Plan! Während ich mich vor einigen Jahren mit Verabredungen völlig überlastet und dem „FOMO“ Phänomen (Fear of Missing Out) gefrönt habe, liege ich jetzt am Freitag Abend entspannt auf der Couch und mache generell nur noch das, worauf ich wirklich Lust habe. Auch beruflich möchte ich meine Passion ausleben…

Wie geht es nun weiter?

Allerdings bin ich jetzt wieder an einem Punkt, an dem ich nach meinem Abitur schon einmal war: Wie geht es weiter? Ich denke, dass die Entscheidung für den weiteren Weg nach dem Abitur schwieriger war, da ich zu diesem Zeitpunkt noch unter äußeren Einflüssen stand, abhängig war von Dritten und viel weniger wusste, wer ich bin. Ich kann mich während meiner Schulzeit gut an Sätze erinnern wie: „Du musst doch wissen was du willst und wie es nach der Schule weitergeht!“ Muss ich das? Nein! Und die Schüler, die von der Reduzierung auf 12 Jahre Abitur betroffen sind, haben wirklich mein Mitgefühl. Rückblickend halte ich es für unmöglich mit 16 ganz genau zu wissen, wo man mit 40 sein möchte. Zusätzlich haben wir uns meiner Meinung nach schon längst von dem System verabschiedet, in dem man mit 20 fertig ausgebildet sein muss – dafür gehen wir ja auch später in Rente.

Orientiert euch und entwickelt einen Plan!

Was also, wenn man kein Plan hat? Das kann – muss aber natürlich nicht! – für einige fast der beste Plan sein. Denn bevor man sich an etwas bindet, von dem man gar nicht überzeugt ist, sollte man sich erstmal Zeit zur Orientierung nehmen, um seine Passion zu finden. Sei es ein Auslandsjahr im Stil von Work & Travel oder Au-pair, ein freiwilliges soziales Jahr, ein Praktikum oder eine Weltreise… Wichtig ist dabei natürlich, dass man aktiv etwas macht, um seinen Weg zu finden und nicht ein Jahr auf der Couch verbringt. Sogar die TU Berlin bietet mittlerweile ein Orientierungsjahr für MINT Studiengänge an. Hier kann man ein Jahr lang sämtliche Kurse aus dem MINT Bereich besuchen, um zu sehen, ob man tatsächlich in diesem Bereich studieren möchte oder ob ein Studium überhaupt das richtige ist. Sich auf ein Studium einzulassen, von dem man nicht überzeugt ist, nur um nach dem Abi irgendetwas zu tun und dieses dann auch in Regelstudienzeit durchziehen zu wollen, kann nach hinten losgehen.

Macht euch nicht zu viel Druck!

Ein bestes Beispiel habe ich dafür im weiteren Bekanntenkreis schonmal erlebt: 18 Jahre alt, Abitur, Zusage für ein Duales Wirtschaftsstudium. Mit 22 war diese Person dann fast komplett fertig, mit tollen Noten, Übernahme-Garantie und in Regelstudienzeit. Doch dann kam die Frage auf: Was mache ich hier eigentlich? Möchte ich das? Und möchte ich die nächsten Jahrzehnte in diesem Job arbeiten? Der Umstand, dass plötzlich alles schon so festgelegt war, ohne zu wissen, ob man das möchte oder es sich hier tatsächlich um die persönliche Berufung handelt, hat diese Person so aus der Bahn geworfen, dass sie zum Ende des Masters alles hinschmiss und auf Weltreise ging. Heute geht es dieser Person gut und sie hat ihren Weg gefunden. Mit weniger Druck hätte so einiger Schmerz jedoch verhindert werden können.

Zum Thema Regelstudienzeit: Auch das halte ich für überholt. Das würde bedeuten, dass man sein Studium straff durchzieht, ohne nach links und rechts zu gucken. Dabei sind Auslandssemester oder Praktika, durch die man Erfahrungen sammelt, bei späteren Arbeitgebern gerne gesehen. Schon allein auf einigen von mir besuchten Karrieremessen, wurde mir von Unternehmen bestätigt, dass außenuniversitäres Engagement und Erfahrungen für sie ebenfalls wichtig sind. Und ich halte es auch für einen wichtigen Schritt zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit.

Ihr könnt alles machen, was ihr möchtet – nur Mut!

Wie es bei mir weitergeht? Das steht auch noch nicht so richtig fest. Was feststeht: Ich bin nach meinem Master studierte Volkswirtin und Wissenschaftsforscherin mit Schwerpunkt in quantitativer Statistik. Ich habe jedoch die Entscheidung getroffen, dass ich in diesem Bereich nicht arbeiten werde. Meine Passion liegt im Kreativen, was mir allerdings auch erst über die Jahre bewusst geworden ist. Wird das zum Problem? Nein! Denn nur weil ich X studiert habe, heißt das nicht, dass ich nicht Y arbeiten kann. Umschulungen, Quereinsteiger, Selbstständige – gerade in Zeiten des Internets ist das kein Problem mehr. Also habt keine Angst, für immer nur das eine tun zu müssen, wenn ihr es nicht möchtet. Ihr müsst nicht – es gibt auch für schon fertig Studierte Mittel und Wege einen anderen Weg zu gehen.

Wer schon den optimalen Masterplan für die Zeit nach dem Abitur oder dem Studium hat – perfekt! Alle anderen sollten sich keine Sorgen machen, denn jeder findet früher oder später seinen Weg! Ihr solltet euch allerdings nicht so viel Druck machen, dass ihr einen Weg einschlagt, der euch nicht gefällt und somit viel Kummer bereitet. Nehmt euch etwas Zeit, um euch zu orientieren und werdet aktiv – genug Möglichkeiten gibt es. Nur Mut! Der Plan ist der Weg und der Weg ist das Ziel 🙂

Meine Empfehlung für euch

Zum Schluss noch eine Buchempfehlung meinerseits: The Big Five for Life: Was wirklich zählt im Leben:

Durch Zufall lernt Joe, ein unzufriedener Angestellter, den charismatischen Geschäftsmann Thomas kennen. Dieser wird zu Joes Mentor und offenbart ihm die Geheimnisse seines Erfolgs. Seine Unternehmen führt Thomas anhand zweier Leitlinien: Jeder Mitarbeiter muss seine Bestimmung sowie seine »Big Five for Life« kennen, also wissen, welche fünf Ziele er im Leben erreichen will. Diese Ideen helfen Joe, seine Wünsche zu verwirklichen. Doch Thomas will möglichst viele an seinem Wissen teilhaben lassen: Seine gesammelten Aufzeichnungen liegen hier vor Ihnen.

4 Replies to “Kolumne: Abi? Studium? Warum kein Plan manchmal der beste Plan ist !”

  1. Dankr fur deinrn Interessanten beitrag. Ich wunsch dir slkes gute
    http://carrieslifestyle.com

    1. Danke dir 🙂

  2. LIEBE JULI,
    DAS IST WIRKLICH EIN SUPER SCHÖNER POST GEWORDEN 🙂 UND ICH STIMME DIR IN ALLEN PUNKTEN 100 % ZU. ICH KENNE DEN sATZ „DU MUSST DOCH WISSEN, WAS DU WILLST“ AUCH ZU GUT UND ICH FINDE ES AUCH FAST UNMÖGLICH, DAS MIT 16 SCHON ZU WISSEN… IN DEM ALTER BEGINNT MAN VIELLEICHT ES LANGSAM HERAUSZUFINDEN, ABER EINEN FESTEN PLAN HABEN WOHL DIE WENIGSTEN IN DIESEM ALTER SCHON. UND DAS FINDE ICH AUCH VOLLKOMMEN IN ORDNUNG 🙂
    LIEBE GRÜSSE UND EIN TOLLES WOCHENENDE WÜNSCHE ICH DIR <3
    CINDY
    http://www.fraeulein-cinderella.de

    1. Ganz genau so, du Liebe! Vielen lieben Dank für deinen Beitrag <3

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